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Familie

  • Paul B. Hill,
  • Johannes Kopp

摘要

Die definitorische Festlegung des Begriffes Familie ist uneinheitlich. Ausgehend von dem etymologischen Ursprung (lat. familia – Hausgenossenschaft, Hausstand einschließlich der Dienerschaft) wurde oft die gesamte Hausgemeinschaft als Familie bezeichnet. Heute wird unter Familie in der Regel eine auf Dauer angelegte Beziehung zwischen Mann und Frau mit einem gemeinsamen Kind und einer gemeinsamen Haushaltsführung verstanden. Anthropologische und ethnologische Forschungen verwenden meist einen breiteren Familienbegriff, der das gesamte Verwandtschaftssystem (oder zumindest Teile dessen) umfasst. In der politischen Diskussion wird ab und an auch allein die Filiationsbeziehung als hinreichendes Kriterium für eine Familie erachtet. Die Familiensoziologie definiert Familie häufig als gegengeschlechtliches Paar mit gemeinsamen Kindern und bezeichnet entsprechende andere Lebensformen mit jeweiligen Ergänzungen oder gesonderten Begriffen wie beispielsweise kinderlose Paare, Alleinerziehende, gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern oder ähnlichem. Innerhalb der familiensoziologischen Forschung findet die dadurch angelegte Einengung praktisch jedoch kaum Beachtung und die Untersuchung der unterschiedlichsten Lebensformen und deren Veränderung, wie beispielsweise die Entstehung und Entwicklung von ersten Partnerschaften, ebenso wie die Arbeitsteilung in homosexuellen Paarbeziehungen oder die soziale Integration kinderloser Paare, sind Forschungsgegenstand. Versuche, neue Begrifflichkeiten (Soziologie der Zweierbeziehung, Soziologie partnerschaftlicher Lebensformen) zu etablieren, erscheinen wenig sinnvoll und finden wenig Resonanz. Eine der wichtigen Aufgaben einer derart breit angelegten Familiensoziologie besteht dann auch darin, die Entwicklung und Verbreitung der unterschiedlichen partnerschaftlichen und familialen Lebensformen zu beschreiben und zu erklären.