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Ethnologie

  • Michael Schönhuth

摘要

Ethnologie, auch Kulturanthropologie, bzw. Völkerkunde (engl. cultural anthropology, social anthropology, frz. ethnologie; sp. antropologia cultural) ist eine empirische und vergleichende Wissenschaft, die die Daseinsgestaltung menschlicher Kollektive (Gruppen, Netzwerke) in einem umfassenden Sinn (holistisch) zum Gegenstand hat und deren Ziel es ist, die Vielfalt kollektiver menschlicher Lebensweisen zu erforschen, ‚Weltverständnisse‘ zu entschlüsseln und kulturübergreifend verstehbar und erklärbar zu machen; früher zu fremden, fernen und vermeintlich einfachen („primitiven“) Gesellschaften; heute nicht mehr nur zu indigenen Völkern (vgl. z. B. die Arbeit der Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen) und ethnischen Minderheiten, sondern grundsätzlich zu jeglichen Kollektiven, auch zu spezifischen Bereichen der eigenen Gesellschaft dort, wo kulturelle Differenz, Vielfalt bzw. Grenzziehungsprozesse (Barth 1969) eine Rolle spielen. Dabei ist der ethnologische Blick „kulturrelativistisch, fremdkulturell informiert und auf Sinnstiftung im Handlungsprozess gerichtet“ (Heidemann 2011: 11). Dementsprechend ist die Ethnologie auch weniger eine theorieprüfende, erklärende und nach Gesetzen suchende als eine theoriegenerierende, explorierende und nach Bedeutungen suchende Wissenschaft. Ethnologen und Ethnologinnen interessieren die Geschichten hinter den lokalen Erscheinungen, deren Verortung im kulturellen Kontext und ihre interkulturelle Übersetzung.