Differenzierung, gesellschaftliche
摘要
Das Konzept der gesellschaftlichen Differenzierung verbreitete sich innerhalb der Soziologie seit Herbert Spencers (1820–1903) evolutionärer Deutung gesellschaftlicher Entwicklung „from incoherent homogeneity to coherent heterogeneity“. Unter den soziologischen Klassikern waren Emile Durkheim (1858–1917) und Georg Simmel (1858–1918) explizite Differenzierungstheoretiker; andere klassische Gesellschaftstheoretiker, wie Karl Marx (1818–1883) und Max Weber (1864–1920), benutzten zwar den Begriff „Differenzierung“ nicht an prominenter Stelle, leisteten aber dennoch wichtige Beiträge zur Sache. Unter den Klassikern der zweiten Generation waren Talcott Parsons (1902–1979) und Niklas Luhmann (1927–1998) bedeutende Vertreter einer differenzierungstheoretischen Perspektive. In den 1980er und 1990er-Jahren wurde die differenzierungstheoretische Perspektive international von den amerikanischen „Neofunktionalisten“, die kritisch an Parsons anknüpften, weiter getragen. Heute gibt es vor allem in der deutschen Soziologie einige Vertreter, die sich teils mit dem Werk von Luhmann, teils mit Weber auseinandersetzen, um die Differenzierungstheorie voranzubringen. Zu den verschiedenen Strängen expliziten und impliziten differenzierungstheoretischen Denkens in der Soziologie siehe Schimank (1996) und Tyrell (1998).