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A loss of collective consciousness? Working-class images of socialism and capitalism in two generations in post-1989 Hungary

  • Eszter Bartha

摘要

Der vorliegende Beitrag trägt zum besseren Verständnis der Veränderung des kollektiven Gedächtnisses von Arbeitern in Bezug auf den Staatssozialismus und den Kapitalismus bei. Er basiert auf zwei verschiedenen Oral-History-Projekten, die zwischen 2002–2004 und 2018–2020 in Ungarn durchgeführt wurden. Während die offizielle, legitimierende Ideologie des „Arbeiterstaates“ (dass die Arbeiterklasse unter den Bedingungen des Sozialismus die herrschende Klasse ist) sowohl bei den Intellektuellen als auch bei den Arbeitern lange vor dem Zusammenbruch des Staatssozialismus an Glaubwürdigkeit verlor, genoss die „Arbeiterklasse“ immer noch eine starke soziale und kulturelle Repräsentation im öffentlichen Leben. Nach 1989 galt die „sozialistische Arbeiterklasse“ als eine emblematische soziale Gruppe des diskreditierten kommunistischen Regimes. Die Reaktionen der Arbeiter auf den sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Niedergang der „Arbeiterklasse“ waren unterschiedlich, aber zwischen 2002 und 2004 entwickelten die meisten Befragten „Erzählungen des Niedergangs“ über den Verlust des früheren Prestiges ihrer Fabrik – einst ein Flaggschiff der sozialistischen Industrie – und die wirtschaftlichen und materiellen Härten, die sie in den 1990er Jahren erlebten. Diese Erfahrungen „bewerteten“ die Leistungen des sozialistischen Regimes im Rückblick wie z. B. Vollbeschäftigung, kostenlose Gesundheitsversorgung, Bildung und eine gerechtere Gesellschaft in den Augen der Arbeiter. Die Befragten, die an dem zwischen 2018 und 2020 durchgeführten Oral-History-Projekt teilnahmen und eine jüngere Generation repräsentierten, verbanden hauptsächlich negative Bilder mit dem „Kommunismus“ (politische Diktatur, Knappheit, Überwachung, die privilegierte Position der Nomenklatura), die zum integralen Bestandteil der offiziellen Ideologie nach 1989 geworden sind. Der Artikel entwickelt die These, dass die insgesamt kriminalisierte Sicht auf den Sozialismus und die Linke die Responsivität der Arbeiterklasse auf die politische Propaganda des „Illiberalismus“ und des rechten oder rechtsextremen Populismus erklären kann.