Ungleichheiten in der Kindheit
摘要
Der Beitrag führt in eine begriffliche Differenzierung zwischen Ungleichheit, Unterschiedlichkeit und Ungerechtigkeit ein. Letztere wird als Ausdruck spezifischer historischer Verhältnisse als sozio-kulturell eingebettete normative Orientierung eingeführt. Kindheitstheoretisch-soziologische Ansätze der Ungleichheitsforschung werden vorgestellt und um eine intersektionale Betrachtungsweise ergänzt. Ausgehend von aktuellen globalen gesellschaftlichen Krisen wie Migration, COVID-19 Pandemie und Prozesse rassialisierender Zuschreibungen diskutiert der Beitrag Ungleichheit in der Kindheit als nicht (mehr) hinreichend über die Alterskategorie beschrieben. Strukturelle Kategorien wie ‚gender‘, ‚race‘ und soziale Herkunft oder Klasse beeinflussen Kindheit und die Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe von Kindern. Dieses wird insbesondere am Beispiel der unterschiedlichen Bewertung schulischer Leistung von Schüler:innen als Problem aufgeworfen. Schließlich sensibilisiert der Beitrag für die Möglichkeit eines ungleichheitreproduzierenden Effekts von Forschung. Vor diesem Hintergrund plädiert der Beitrag für eine epistemologische (Er-)Klärung der Betrachtung von Kindheit und Ungleichheit.