Good Governance als Antikorruptionskonzept
摘要
„Good Governance“ umfasst einen Normenkatalog, der Regierungen und Organisationen auf bestimmte Werte und Praktiken verpflichtet. Dazu zählen Transparenz, Verantwortlichkeit, Korruptionsfreiheit, Gleichberechtigung und weitere auf Fairness ausgerichtete Verhaltensnormen. Ursprünglich auf Regierungs- und Verwaltungshandeln zugeschnitten, wurde das Konzept seit den 1990er-Jahren auf private Unternehmen und Verbände auf nationaler und internationaler Ebene erweitert. Zugleich setzte sich die Erkenntnis durch, dass Korruption nicht nur als individuelles Fehlverhalten begriffen und bekämpft werden kann, sondern ein strukturelles Phänomen darstellt. Sie gedeiht in sozialen Netzwerkstrukturen und steht im Zusammenhang mit dem Entwicklungsstand von Staaten und Gesellschaften sowie spezifischen Kulturmerkmalen. Insgesamt blieb der Antikorruptionspolitik auch nach 30 Jahren Good Governance-Kampagnen der erwartete Erfolg versagt. Im Zuge der COVID19-Pandemie und mit dem Verlust der einst erhofften liberalen Welteinheit haben Betrug, Bestechung, Vorteilsnahme, Urkundenfälschung, Geldwäsche und weitere Rechtsverstöße weltweit zugenommen.