Der Beitrag analysiert Korruption mit den Konzepten Vertrauen und Reziprozität und zeigt, dass Korruptionsakte auf spezifischen Formen des bindenden Sozialkapitals beruhen, die durch exklusive Loyalitäten, wechselseitige Verpflichtungen und Intransparenz gekennzeichnet sind. Diese Eigenschaften realisieren innerhalb geschlossener Gruppen das negative Sozialkapital, während es zugleich gesellschaftliche Regeln unterläuft und generalisiertes Vertrauen unterminiert. Demgegenüber steht generalisiertes Vertrauen als zentrale Realisierung brückenbildenden Sozialkapitals, das durch universelle Normen, soziale Offenheit und Kooperation über Gruppen- und Statusgrenzen hinweg geprägt ist. Die Analyse legt nahe, dass beide Phänomene strukturelle Gegenspieler darstellen: Während generalisiertes Vertrauen Transparenz und kollektive Problemlösungen ermöglicht, begünstigt Korruption soziale Exklusion und normative Erosion. Die theoretische Perspektive erweitert klassische Erklärungsmodelle korruptiven Handelns, indem sie die soziale Einbettung und Reproduktionslogik korruptiver Praktiken sichtbar macht. Zudem eröffnet sie Zugänge zu präventiven Strategien, die auf den Aufbau positiven Sozialkapitals zielen. Korruption erscheint so nicht nur als Regelbruch, sondern als sozial stabilisierte Beziehungspraxis mit destruktiver Außenwirkung.

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Korruption als negatives Sozialkapital

  • Peter Graeff

摘要

Der Beitrag analysiert Korruption mit den Konzepten Vertrauen und Reziprozität und zeigt, dass Korruptionsakte auf spezifischen Formen des bindenden Sozialkapitals beruhen, die durch exklusive Loyalitäten, wechselseitige Verpflichtungen und Intransparenz gekennzeichnet sind. Diese Eigenschaften realisieren innerhalb geschlossener Gruppen das negative Sozialkapital, während es zugleich gesellschaftliche Regeln unterläuft und generalisiertes Vertrauen unterminiert. Demgegenüber steht generalisiertes Vertrauen als zentrale Realisierung brückenbildenden Sozialkapitals, das durch universelle Normen, soziale Offenheit und Kooperation über Gruppen- und Statusgrenzen hinweg geprägt ist. Die Analyse legt nahe, dass beide Phänomene strukturelle Gegenspieler darstellen: Während generalisiertes Vertrauen Transparenz und kollektive Problemlösungen ermöglicht, begünstigt Korruption soziale Exklusion und normative Erosion. Die theoretische Perspektive erweitert klassische Erklärungsmodelle korruptiven Handelns, indem sie die soziale Einbettung und Reproduktionslogik korruptiver Praktiken sichtbar macht. Zudem eröffnet sie Zugänge zu präventiven Strategien, die auf den Aufbau positiven Sozialkapitals zielen. Korruption erscheint so nicht nur als Regelbruch, sondern als sozial stabilisierte Beziehungspraxis mit destruktiver Außenwirkung.