Strange Accounts: Verfremdete Darstellungen als Potenzial in der Polizeiforschung
摘要
Strange accounts sind verfremdete Beschreibungen von Beobachtungen, welche jüngst als wissenschaftliche Methode Einzug in die qualitative Forschung gehalten haben. Indem Schlüsselinformationen über Situationen und/oder Personen ungeklärt, mehrdeutig, ausgelassen und damit „im Spiel“ gehalten werden, ermöglicht das strange accounting die wissenschaftliche Bearbeitung von Situationen und Handlungen, die schambehaftet, als Geheimnisse, bedrohlich oder anderweitig als problematisch wahrgenommen werden können. Damit besitzen strange accounts das Potenzial, Aspekte polizeilicher Systeme aus der Latenz zu holen und einer Bearbeitung zuzuführen, deren Beobachtung anderweitig an systemfunktionalen Abwehrmechanismen scheitern. Der Beitrag beschreibt die Methodik des strange accountings und legt Überlegungen zu den Potenzialen dar. Wir schließen mit einer kurzen Diskussion zum Umgang mit forschungsmethodischer Transparenz und der Verortung in einer modernen Forschungsethik.