Interkulturelle Kompetenz und interkulturelles Training im Polizeistudium
摘要
„Bürgerorientiert – professionell – rechtsstaatlich“ – so lautet das aktuelle Leitbild der Polizei Nordrhein-Westfalen (NRW). Wer aber sind diese Bürger:innen, an denen sich die Polizei orientieren soll respektive will? Kein anderes Bundesland ist so von Einwanderung geprägt wie NRW. In NRW lebten im Jahr 2021 etwa 17,9 Mio. Menschen, von denen ca. 5,2 Mio. (29,4 %) einen Migrationshintergrund und etwa 2,8 Mio. (15,7 %) eine ausländische Staatsangehörigkeit hatten (Landesbetrieb IT.NRW, 2022). Unter ihnen sind (Spät-)Aussiedler:innen, ehemalige ‚Gastarbeiter:innen‘ und deren Nachkommen, Geflüchtete, Asylsuchende, EU-Angehörige und viele mehr. Bürgerorientierung bedeutet für Polizist:innen dementsprechend auch, sich der kulturellen Diversität in Ausübung des Dienstes bewusst zu sein und dies im beruflichen Handeln zu berücksichtigen. Dafür notwendig ist interkulturelle Kompetenz, die es schon innerhalb des dualen Studiums Polizeivollzugsdienst zu entwickeln gilt. Im Beitrag wird ein näherer Blick auf die derzeitige Umsetzung der Entwicklung interkultureller Kompetenz innerhalb des Polizeistudiums in NRW geworfen und der Frage nachgegangen, inwieweit es einer Weiterentwicklung des Curriculums, ggf. auch des Lehr- bzw. Veranstaltungsformates bedarf, um den Anforderungen der polizeilichen Praxis in einer zunehmend multikulturellen und multiethnischen Gesellschaft gerecht zu werden.