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„Zum Glück muss nicht ich entscheiden“. Praktiken der Responsibilisierung in der Sozialen Arbeit

  • Eva Nadai

摘要

Die Frage nach der Verantwortung des Subjekts für sein Handeln berührt das für die Soziale Arbeit zentrale Dilemma von Selbst- und Fremdbestimmung. Im Zuge post-wohlfahrtsstaatlicher Transformationsprozesse wird den Klient:innen der Sozialen Arbeit vermehrt Eigenverantwortung für die Überwindung ihrer Probleme abverlangt. Dieser Beitrag untersucht Praktiken der Responsibilisierung in zwei kontrastierenden Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit und analysiert aus einer Capabilities-Perspektive das Verhältnis von Verantwortungszumutung und Autonomieförderung. Die empirische Basis bildet eine qualitative Studie mittels Gruppendiskussionen und Expert:inneninterviews in Schuldnerberatungsstellen und Opferhilfeinstitutionen. Die Praktiken dieser Institutionen lassen sich als Responsibilisierung im Sinne der weitgehenden Verantwortungsübergabe an die Klientel beschreiben. Es zeigen sich aber Differenzen in Abhängigkeit von institutionellen Rahmenbedingungen und Mandat. So findet sich auch eine Form der begleiteten Responsibilisierung, welche die Klient:innen nicht einfach auf sich selbst zurückwirft, sondern versucht, die Voraussetzungen für die Übernahme von Eigenverantwortung zu schaffen – ein Versuch, der aufgrund institutioneller Rahmenbedingungen nur bedingt gelingen kann.