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Paludikultur: Faserverarbeitung für unterschiedliche Zielmärkte

  • Anke Nordt,
  • Wendelin Wichtmann

摘要

Paludikultur (palus lat. Sumpf) ist eine Nutzungsalternative für derzeit land- und forstwirtschaftlich genutzte Moore. Für deren herkömmliche Nutzung werden die Moorböden entwässert und emittieren dabei den über lange Zeiträume festgelegten Kohlenstoff in Form von CO2. Um diese Klimawirkung zu reduzieren, aber weiterhin einen Ertrag auf der Fläche zu generieren, fokussiert Paludikultur auf die Wiedervernässung von Moorböden und Etablierung von standortangepassten Pflanzenarten – z. B. Schilf, Torfmoose, Rohrkolben, Erle, weitere Gräser – und deren Verwertung in (neuen) Zielmärkten. Dieser zumeist jährlich erntbare Rohstoff kann z. B. im Bereich Bau-, Dämm- und Werkstoffe, Papier und Verpackungen Plattformchemikalien und Biokunststoffe eingesetzt werden. Neben der THG-Reduktion durch Wiedervernässung (Torferhalt) können mit nachwachsenden Paludikultur-Rohstoffen fossile Rohstoffe ersetzt werden und Kohlenstoff in (langlebigen) Produkten festgelegt werden. Nach zwei Jahrzehnten F&E im Bereich Paludikultur ist nun eine großflächige Umsetzung notwendig, wofür u. a. (rechtliche) Rahmenbedingungen angepasst, (öffentliche sowie private) Finanzierung bereitgestellt werden müssen, um Planungssicherheit für Landwirt:innen und Verwerter herzustellen.