Value-based Procurement (VBP): Die Zukunft der Wertschöpfung in Netzwerken aus der Beschaffungsperspektive eines Krankenhauses
摘要
Die Gesamtkosten der Krankenhäuser in Deutschland sind von 83,4 Mrd. EUR (2011) auf 126,9 Mrd. EUR (2021) angestiegen. Einen erheblichen Kostenblock stellen die Sachkosten dar. Um die Kosten zu senken, setzten Krankenhäuser auf preisbasierte Ansätze. Diese berücksichtigen allerdings nicht die Bedürfnisse der Patienten sowie die Gesamtkosten medizinischer Produkte über deren Nutzungszeitraum, die sog. Total-Cost-of-Ownership (TCO). Eine moderne Beschaffung muss heute dagegen den Gesamtwertbeitrag für alle Beteiligten in den Mittelpunkt stellen: Patienten, Krankenhäuser und Lieferanten. Ein Vorteil zeigt sich im Ansatz des Value-based Procurement (VBP). Wie eine Studie unter der Leitung der Autoren zum Umsetzungsgrad von VBP zeigt, ist der Sinn erkannt, die Umsetzung steht aber teilweise noch am Anfang. Als Hinderungsgründe werden u. a. eine fehlende Datenverfügbarkeit und mangelnde Datenqualität genannt. Dies erschwert, dass versprochene Wertbeiträge auch belegt werden können („Real-World-Evidence“). Als Strategie zur gemeinsamen Schaffung von Werten heben die Autoren das Konzept der „Value Co-Creation“ hervor. Dieses Konzept hat seinen Ursprung in der Service-Dominant Logic (SDL) und der Erklärung von Wertschöpfung in Netzwerken. Die Autoren schlagen einen konzeptionellen Rahmen vor, der eine holistische Perspektive der Wertschöpfung in der Gesundheitsversorgung ermöglicht. Es wird angeregt, von der dyadischen Beziehung zwischen einem Leistungserbringer und einem Leistungsempfänger auf eine größere und dynamisch agierende Gruppe von Marktteilnehmern zu blicken – einem Serviceökosystem.