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Landschaft und Offene Gesellschaft

  • Karsten Berr,
  • Olaf Kühne,
  • Corinna Jenal

摘要

Drängende aktuelle Probleme wie etwa Klimawandel, Flächennutzungskonflikte, Biodiversitätskrise etc. stellen Politik, Gesellschaft und Planung vor landschaftsrelevante Herausforderungen und entsprechenden Handlungsdruck. Da Handeln im Gegensatz zu Theorie Entscheidungen nicht endlos hinauszögern kann und daher einen Hang zum Kategorischen aufweist, hat aktuell utopistisches Denken (wieder) Konjunktur, da dieses Denken Begründungen für schnelle und kategorische Entscheidungen liefert, die (vermeintlich) keinen Aufschub dulden. In Praxis umgesetzt, ist mit diesem Denken die Gefahr der Schließung offener Gesellschaften verbunden (Karl Popper). In diesem Artikel werden Formen Geschlossener Gesellschaften und deren prinzipielle Ähnlichkeiten (und Verschiedenheiten) untersucht, und zwar im Rückgriff auf das Lebenschancenkonzept von Ralf Dahrendorf, insbesondere im Hinblick auf das Zusammenspiel von Optionen und Ligaturen. Dahrendorfs Verständnis von Ligaturen wird durch eine dreifache Differenzierung in ethische und moralische, in innengeleitete und außengeleitete sowie in explizite und implizite Ligaturen erweitert. Die jeweils zuerst genannten Ligaturen sind dazu geeignet, Lebenschancen zu ermöglichen, die jeweils zweitgenannten schränken Lebenschancen tendenziell ein. Dieser Befund betrifft auch landschaftliche Folgen und Nebenfolgen, die mit utopistischen Vorstellungen verbunden sind oder verbunden sein können.