Global Governance und Entwicklungszusammenarbeit
摘要
In den letzten Jahrzehnten haben sich die globalen Bedingungen für die Entwicklungszusammenarbeit (EZ) stark verändert: Einerseits ist sie zunehmend durch internationale Zielsetzungen geprägt, die nicht nur den globalen Süden, sondern ebenso den globalen Norden betreffen. Die seit 2015 bestehende Agenda 2030 mit den globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) versucht Entwicklung als tatsächlich globale Nachhaltigkeitstransformation neu zu denken. Alle Länder werden hierbei zu ‚Entwicklungsländern‘, denn keine nationale Wirtschaft ist bisher sozial und ökologisch nachhaltig (European Environment Agency 2019). Diese Programmatik trifft auf viel gesellschaftliche Zustimmung. Andererseits darf der multilaterale ‚Glücksfall‘ (Messner 2018) der breit unterstützten Agenda 2030 nicht über tatsächliche politische Prozesse und transnationale Herrschaftsverhältnisse hinwegtäuschen.