Forschen durch Beschreiben von Atmosphären: Atmosphären als ganzheitliche Wirkmedien der Landschaftsarchitektur
摘要
Der Beitrag widmet sich der phänomenologischen Beschreibung von Atmosphären. Gegenstand ist dabei nicht die naturwissenschaftliche Landschaft der objektiv im Raum existierenden Flüsse, Berge, Bauten etc., sondern die leiblich und gefühlsmäßig sich zu spüren gebende Erlebnislandschaft herumräumlicher „Gegenden“. Jede landschaftsarchitektonisch bewusste Gestaltungsentscheidung verlangt die Fähigkeit, intendierte wie realisierte Wirkungsweisen planender Interventionen im Raum nicht zuletzt sprachlich „auf den Punkt“ zu bringen. Die sprachliche Aussage atmosphärischer Anmutungsqualitäten verlangt jedoch die Übung genauen Sprechens über das, was sinnlich eindrücklich wird. Planungswissen basiert nicht nur auf objektlogischem Fakten-Wissen, sondern zugleich auf einverleibtem pathischen Wissen über die erlebnisrelevante Wirkungsweise landschaftlicher Inszenierungen durch das Arrangement von Dingen (Steinpflaster, Holzplanken sowie Pflanzen und Blumen) und Halbdingen (wie Licht und Schatten). Am eigenen Leib erfahrbare Grenzen zwischen landschaftlichen Räumen sind nicht nur Resultat der Setzung von Zaun, Mauer und Hecke, sondern auch der Gestaltung z. B. von Wärmeinseln und Schattenzonen. Die skizzierte Methode fördert zugleich die Sensibilisierung der Aufmerksamkeit gegenüber diffusen atmosphärischen Eindrücken im Allgemeinen. Als Beispielraum dient dem Beitrag eine Hafenpromenade, deren atmosphärische Wirklichkeit sich gleichsam zwischen Land, Wasser und Himmel konstituiert.