Forschen durch postduales Entwerfen: Postduales Entwerfen. Gestalten sozio-natürlicher Verknüpfungen im Anthropozän
摘要
Ein Großteil der landschaftsarchitektonischen Praxis arbeitet immer noch mit dualistischen Leitbildern wie Stadt und Land oder Natur und Kultur. Das sind längst überkommene Leitbilder, die der Realität im 21. Jahrhundert nicht mehr gerecht werden. Das hat zuletzt die Diskussion über das Anthropozän deutlich gemacht. Seit den 2000er-Jahren haben sich differenzierte Diskurse zum Anthropozän herausgebildet. Stand zu Beginn vor allem das Gewahr werden des Einflusses des Menschen im Vordergrund, geht es aktuell darum, die Prozesse der Interaktion zwischen Mensch und Erde und deren veränderte Zukunft stärker zu reflektieren. Landschaftsarchitektonisches Entwerfen als forschende und raumgestaltende Praxis prägt deren zukünftige Ausdrucksform entscheidend mit. Landschaftsarchitektur gestaltet Räume und vermittelt zugleich Wissen und Erzählungen durch sie. Was, wenn mit dem Anthropozän die bisherigen Ordnungen dieser Wissenssysteme auf den Prüfstand gestellt werden? Was, wenn die Konstrukte eines landschaftlichen Gegenübers, einer Umwelt, eines Draußen, einer ästhetischen Distanzierung erodieren und statt trennender Kategorien das Gestalten von Verknüpfungen in den Vordergrund tritt? Der Beitrag umreißt notwendige Erweiterungen des Theorie- und Methodenrepertoires der Landschaftsarchitektur für die Bewältigung anthropozäner Gestaltungsaufgaben. Drei methodische Testläufe des Entwerfens sozio-natürlicher Verknüpfungen markieren forschende Bewegungen in diese Richtung.