Forschen durch Identifizieren theoretischer Modelle: Auf der Suche nach der Wildnisformel – Modellbildung als Zugriff auf landschaftsarchitektonische Konzepte
摘要
Landschaftsarchitektonische Werke stehen im Zusammenhang mit unterschiedlichsten räumlichen, ästhetischen und weltanschaulichen Konzepten. Diese bilden ein aufschlussreiches Forschungsfeld, da sie Traditionslinien in der Entwicklung der Landschaftsarchitektur und Bezüge zu anderen Künsten und Wissenschaften verdeutlichen. Methodisch beruht der Erkenntnisgewinn dabei auf dem Vergleichen unterschiedlicher Artefakte über zeitliche und Gattungsgrenzen hinaus. Einen Ansatz, um so verschiedene Quellenarten wie den erhaltenen Bestand eines Gartens, Entwurfspläne, Beschreibungen und graphische Darstellungen vergleichen zu können, bietet die Untersuchung als Modell. Gemeint sind damit theoretische Modelle, anhand derer für die Forschungsperspektive relevante Eigenschaften der Untersuchungsobjekte herausarbeitet werden. Für Forschungen zur Landschaftsarchitekturgeschichte öffnet dieser Ansatz eine vielversprechende Perspektive, da er Einzelaspekte des Gestaltungsprozesses als Akte der Konkretisierung und Aktualisierung von Ideen und Konzepten an einem spezifischen Ort und unter jeweils besonderen Bedingungen untersucht. Damit ist die Modellbildung geeignet, um unterschiedliche Auffassungen von Begriffen und Konzepten in der Landschaftsarchitekturgeschichte und deren Wandel zu analysieren, was im Beitrag am Vergleich unterschiedlicher Wildnisverständnisse dargestellt werden soll.