Forschen durch Gestalten von Prototypen: ‚Ornamentale Betrachtung‘: Das Gazebo als optisches Gerät
摘要
Ziel des Forschungsprojekts ist es, den Blick (the Gaze) durch den archetypischen Gartenpavillon zu untersuchen, insbesondere durch das Gazebo. Als Bauwerk im Zentrum des Gartens ermöglicht das Gazebo die Wahrnehmung der Landschaft zu überprüfen; im Zentrum des Innen-Außen-Kontinuums erzeugt ein perforiertes Gitter im „Fenster“, bekannt als Maschrabiyya (auch Jali, Shanshūl oder Rūshān) aus islamischen Traditionen, eine Art Doppelperspektive, bei der sowohl die Nah- als auch die Fernsicht gleichzeitig wahrgenommen wird. Die Maschrabiyya tut mehr als dem Innenraum gedämmtes Sonnenlicht zu spenden, sie projiziert nämlich auch gemusterte Schatten auf Innenflächen, lenkt und fixiert den Blick auf das entstehende Lichtspiel und animiert sogar die statischen Dekorationsmuster an Wand, Boden und Möbel. Wenn die oft geometrischen Muster der Maschrabiyya und floralen Muster der Innendekoration durch Schattenprojektionen in Dialog treten, entsteht ein visueller Effekt, den wir als ornamentale Betrachtung („ornamental Gaze“) bezeichnen. Hierin besteht das Potenzial zur Neudefinition der visuellen Beziehung zwischen Innen- und Außenraum und des Erlebnisses bei der Betrachtung der Landschaft. Um diesem Dialog nachzugehen, zu verifizieren und zu testen, wurde dieses Forschungsprojekt durch die Realisierung von verschiedenen analogen und digitalen Prototypen durchgeführt.