Stoffstrommanagement und Ökobilanzen
摘要
Nachhaltiges Ressourcenmanagement trägt zu einer nachhaltigen Entwicklung bei, welche auch den Bedürfnissen künftiger Generationen Rechnung trägt. Zur Umsetzung einer globalen nachhaltigen Entwicklung haben die Vereinten Nationen 2015 die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) verabschiedet. Zentrale Ziele der Vereinten Nationen sind u. a. die nachhaltige und effiziente Nutzung natürlicher Ressourcen, die Vermeidung und die Kreislaufführung von Abfällen. Dies schließt die Reduzierung von Lebensmittelabfällen ein. Das Stoffstrommanagement ist hierbei ein wichtiges Instrumentarium zur Analyse, Bewertung und Optimierung von Material- und Stoffströmen entlang von Wertschöpfungsketten und abfallwirtschaftlichen Systemen. Ziele sind die ökologische und ökonomische Beeinflussung von Stoffströmen zur Steigerung der Ressourcen- und Materialeffizienz sowie der Schaffung nachhaltiger Kreisläufe. Für die Stoffstromanalyse müssen die relevanten Massen- und Stoffströme untersucht und bewertet werden. Zur Bewertung steht eine Vielzahl methodischer Ansätzen zur Verfügung, wovon in diesem Kapitel einige anhand konkreter Beispiele vorgestellt werden. Die Auswahl der Bewertungsmethode richtet sich nach den jeweiligen Zielen, die durch das Stoffstrommanagement erreicht werden sollen. Häufig werden mehrere Ziele gleichzeitig verfolgt, wie z. B. eine ökologische Optimierung bei gleichzeitiger Kostenminimierung unter Berücksichtigung sozialer Effekte. Für das nachhaltige Stoffstrommanagement von Lebensmitteln entwickelten die Autoren eine Methode, die auf eine dauerhafte Vermeidung von Lebensmittelabfällen abzielt. Die hier vorgestellte „Stuttgarter Methode“ versteht sich als Vorschlag für eine definierte Vorgehensweise, um Lebensmittelströme systematisch zu erfassen und Lebensmittelabfälle effektiv zu reduzieren. An der methodischen Weiterentwicklung wird unter Einbindung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse kontinuierlich gearbeitet. Durch das Stoffstrommanagement werden wichtige Basisdaten für die Nachhaltigkeitsbewertung gewonnen. Die Ökobilanz (Life Cycle Assessment – LCA) ist in diesem Kontext ein Umweltmanagementwerkzeug, das die Ermittlung und den Vergleich der potenziellen Umweltauswirkungen im Verlauf des Lebenszyklus von Waren, Dienstleistungen und Prozessen ermöglicht. Die Ökobilanz bewertet die Emissionen und den Ressourcenverbrauch für den vollständigen Lebenszyklus eines Produktes, beginnend bei der Rohstoffgewinnung über Produktion, Anwendung, Wiederverwendung, Recycling, die sonstige Verwertung bis zur Beseitigung, also „von der Wiege bis zur Bahre“.