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Identitätsmerkmale im 24. Jahrhundert

  • Lioba Schlösser

摘要

Die Netflix Serie Altered Carbon/Altered Carbon – Das Unsterblichkeitsprogramm (USA 2018–2020) thematisiert die Dualität zwischen physischem Körper und Geist bzw. Bewusstsein und nutzt diese Dichotomie als zentrales Element ihrer Konzeption, sodass das Bewusstsein und die psychische Identität losgelöst vom physischen Körper existieren. Dies befähigt Menschen dazu, ihre körperlichen Hüllen auszutauschen. Protagonist Takeshi Kovacs ist japanisch-slowakisch, wie Name und Backstory belegen, lebt aber in der ersten Staffel der Serie in einem westlichen, weißen, muskulösen, normativ attraktiven Männerkörper. Dies führt dazu, dass der Serie starke Kritik in Form von Whitewashing-Anschuldigungen entgegengebracht wurde. Nimmt man diese Vorwürfe ernst, muss die Serie auf ihre Umsetzung des Konzepts der diversity hinterfragt werden. Im vorliegenden Aufsatz wird evaluiert, was innerhalb der Serie mit Diversitätskategorien passiert, wenn Identität als Konzept betrachtet wird, das losgelöst von einem physischen Körper gedacht wird. Es wird betrachtet, welches Potenzial sich daraus für die Repräsentation von Identität und Individualität sowie die grundsätzliche Rezeption entwickelt und inwiefern sich Raum für Diskursivierungen nicht normativer Körperlichkeiten oder fluider Identitäten öffnet. Dazu werden hermeneutisch filmanalytisch Analysen ausgewählter Sequenzen durchgeführt und im Kontext dekonstruktivistischer Theorie sowie dem Diskurs um Diversität und Macht im Sinne eines sozialpolitischen Anti-Diskriminierungskonzepts analysiert. Ziel ist es, Machtstrukturen hinter diesem Serienkonzept offenzulegen und zu evaluieren, inwieweit die Serie auch innerhalb ihrer Repräsentation innovative oder gar subversive Strukturen aufweist.