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Nach dem Ende – vor dem Ende. Zu den ideologischen Auswirkungen seriellen Erzählens in der Dystopie

  • Kilian Hauptmann,
  • Martin Hennig

摘要

Vor dem Hintergrund sich ausdifferenzierender serieller Formen unter anderem im Zuge digitaler Distributionswege widmet sich der Beitrag den ideologischen Auswirkungen dieser Ausdifferenzierung. Mithilfe einer von Hans Krah entworfenen Typologie narrativer Fortsetzungszusammenhänge werden Erzählstrukturen serieller dystopischer Erzählungen in den Blick genommen. Dabei steht die Frage im Fokus, in welchem Verhältnis serielle Formatierungen dystopischer Erzählungen zu Genre- und Gattungskonventionen stehen und welche Wechselwirkungen dabei auftreten können. Anhand der TV-Serien Black Mirror (2017– ) und The Walking Dead (2010–2022), sowie der Videospielserie Deus Ex zeigt sich, dass die Serialisierung selbst zu ideologischen Ambivalenzen und Inkonsistenzen führen kann. Die Untersuchungen zeigen, dass die Beispiele an tradierte serielle Formen anknüpfen, aber häufig mit nicht Dystopie-typischen Inhalten gefüllt werden. Die behauptete „Innovation im Seriellen“ (Eco 1988), die sich vor allem in eben jenen Veränderungen der Form-Inhalts-Relationen zeigt, hat dabei konkrete Auswirkungen auf die Ideologie der Serien. Methodologisch können diese Erkenntnisse als Heuristik für die Ausdifferenzierung serieller Dystopien verwendet werden.