Erfolgreiches Altern: Entwicklungspsychologische Näherungen
摘要
Erfolgreiches Altern wird im Sinne der Potenziale zur Selbst- und Weltgestaltung gedeutet, wobei als zentrale Bedingungsfaktoren dieser Potenziale zum einen die Offenheit und Anpassungsfähigkeit der Person, zum anderen die objektiven Lebensbedingungen, unter denen diese lebt, diskutiert werden. Weiterhin wird dargelegt, dass zu den objektiv gegebenen Lebensbedingungen, deren Analyse auf stark ausgeprägte, entwicklungsrelevante soziale Ungleichheiten deutet, auch die kollektiven Repräsentationen von Altern und Alter gehören. Deren kritische Reflexion und Korrektur wird als bedeutsame Aufgabe auch gerontologischer Forschung und Praxis gewertet. Der Terminus „erfolgreiches Altern“ ist dann kritisch zu bewerten, wenn er an der Innenperspektive der Person vorbeigeht und quasi „von außen“ definiert, was unter erfolgreich vs. nicht-erfolgreich zu bewerten ist: Damit ist eine zentrale Aussage der kritischen Gerontologie genannt, die aufgegriffen wird. Der Innenperspektive der Person wird in dem Beitrag besondere Bedeutung beigemessen – zum einen, was die Vorstellung von erfolgreichem und sinnerfülltem Altern anbelangt, zum anderen, was die Definition von Altern aus Sicht der Person betrifft. Mit Blick auf die Vorstellung von erfolgreichem und sinnerfülltem Altern spielen auch der Lebensrückblick, die innere Verarbeitung von Grenzsituationen sowie die Generativität (Mitverantwortung für nachfolgende Generationen) eine große Rolle. Mit Blick auf die individuellen Definitionen von Altern wird zum einen von einer Interaktion zwischen interner Kontrolle (im Sinne von persönlicher Gestaltung) und externer Kontrolle (im Sinne von äußeren Einflussfaktoren) ausgegangen, zum anderen von einem mehrdimensionalen Verständnis, welches der Kernaussage gerontologischer Forschung – Altern als einen mehrdimensionalen und multidirektionalen Prozess zu konzeptualisieren – nahekommt.