Gut altern müssen. Theologische Anmerkungen zur normativen Struktur von Alternsvorstellungen am Beispiel der Differenz von pathologischem und normalem Altern
摘要
Im Beitrag wird der Begriff des gesunden Alterns am Beispiel des Diskurses um die Anti-Aging-Medizin untersucht. ‚Gesundes Altern‘ zeigt sich dabei einerseits als medizinisch codierter Unterfall des ‚erfolgreichen Alterns‘, insofern eine Evaluation von Erfahrungen vorgenommen und Verantwortung zugeschrieben wird. Andererseits reflektiert der Diskurs über das gesunde Altern mindestens implizit Recht und Grenze solcher Zuschreibung von Verantwortung, indem er neben die Differenz von ‚erfolgreich‘ versus ‚gescheitert‘ die Differenz von ‚pathologisch‘ (also: zu bekämpfen) versus ‚natürlich‘ (also: hinzunehmen) setzt. Ob diese zweite, responsibilisierungslimitierende Differenz in einer nicht-naiven Weise gedacht werden kann, wird in medizinethischer und theologischer Hinsicht diskutiert.