Die Corona-Krise aus subjektiver Sicht Heranwachsender – Einblicke in deren lebensweltliche Erfahrung durch Photovoice-Projekte
摘要
Während der Coronapandemie wurden weltweit Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen, die Kinder und Jugendliche besonders hart trafen. 2020 entstanden dazu an der Universität Hamburg im Rahmen des Masterstudiums im sonderpädagogischen Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung Forschungsarbeiten mit der Photovoice-Methode (Wang/Burris 1997; Strack 2004; Gagne et al. 2019; Hajok 2021). Zwei junge Forscherinnen und ihre Dozentin stellen Forschungsprozesse und Ergebnisse vor. Sarah Abu-El-Ouf adressierte Schüler*innen mit Förderbedarfen in einer sozial schwachen Region der Stadt Hamburg. Zu deren Handy-Fotos entstanden in dialogischen Austauschrunden kurze Lesetexte nach der dialogischen Erziehungskonzeption Paolo Freires (Freire 2007; Mettlau 2017). Julia Pieper führte in ihrem Photovoiceprojekt mit mexikanischen Studierenden einen lebensproblemzentrierten Dialog (Baumann 2009) und überprüfte Didaktisierungsmöglichkeiten für lebensweltorientierten Unterricht (Bröcher 2000). Beide partizipativen Forschungsansätze beteiligen junge Menschen als Forschungspartner*innen und erkennen deren Perspektiven, Lebenslagen und Lebensprobleme als bedeutsame Forschungsgegenstände an. Auswirkungen sozialer Distanz und Isolation im Alltag werden dargestellt und Möglichkeiten des resilienten Umgangs in Schule, Familie und Kommune aufgezeigt. Christiane Mettlau verweist auf das Potential dialogisch-beziehungsorientierter und partizipativer Methoden in Forschung und Lehre, sowie in der sonderpädagogischen Förderung. Sie betont abschließend die große Bedeutung und Aktualität Freires dialogischer Erziehungskonzeption für inklusive Leher*innenbildung (Mettlau 2004; Herz 2007; Cooper/Cefai 2013; Mettlau 2014; Herz 2016; Herz/Zimmermann 2018).