„In Minden ist der Tommy los“*. Debatten um Ordnung und Sicherheit in nordwestdeutschen Garnisonsstädten, 1955–2019
摘要
Während des Kalten Krieges waren knapp 70.000 britische Soldaten mit ihren Familien in Nordwestdeutschland stationiert. Das enge Miteinander (oder Nebeneinander) einer militärischen Community, deren Angehörige meist alle zwei bis drei Jahre versetzt wurden, und einer mehr oder weniger stationären lokalen Bevölkerung führten zu zahlreichen Debatten um Vorstellungen von Ordnung und Sicherheit im öffentlichen Raum. Über die Jahrzehnte hinweg wurde auf staatlicher, juristischer, lokaler und individueller Ebene darüber diskutiert, wie das Zusammenleben und -arbeiten der britischen militärischen und der deutschen zivil geprägten Gesellschaft mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen möglichst störungsfrei gelingen könnte. Die Regelung des militärischen Verkehrs bei Manövern und die Bearbeitung von Unfällen, Straftaten oder Schlägereien, an denen britische Militärangehörige und Deutsche beteiligt waren, erforderte ein häufiges Einschreiten der Polizei – beziehungsweise der Polizeien, denn neben der deutschen zivilen war auch die britische Royal Military Police tätig. Der Aufsatz untersucht, welche Bedeutung militärische und zivile Sicherheits- und Ordnungsvorstellungen im Alltag hatten, wie sie durchgesetzt wurden, welche deutschen und britischen Behörden an der Wahrung öffentlicher Sicherheit und Ordnung und der Regelung von Konflikten beteiligt waren und wie die Zusammenarbeit verlief.