Organisationskultur in Wohndiensten – vom Konzept zur Messung
摘要
Viele Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung sind für ihre individuelle Lebensführung auf die Unterstützung professioneller Assistent*innen angewiesen. Die Assistent*innen arbeiten überwiegend in Mitarbeiterteams, die in Organisationsstrukturen und -hierarchien von Wohndiensten eingebunden sind. Die Anleitung und die Zusammenarbeit in diesen Mitarbeiterteams spielen eine zentrale Rolle für die Planung und Umsetzung einer personenorientierten Unterstützung und damit für die individuelle Teilhabe und Lebensqualität der Bewohner*innen bzw. Mieter*innen. Mit dem Konzept der Organisationskultur können Werte, Haltungen und Arbeitspraxen in Wohndiensten, die sich im alltäglichen Handeln und Denken der Mitarbeiter*innen zeigen, besser verstanden werden. Auf diese Weise werden die unausgesprochenen und weniger sichtbaren Anteile, die sich in der unterstützenden Arbeitspraxis widerspiegeln und mögliche Barrieren darstellen, (er)fassbar und verständlich. Das eigene Handeln wird überprüfbarer und die Weiterentwicklung von Teams und Organisationen kann befördert werden. Im deutschsprachigen Raum gab es bislang kein Messinstrument zur Erfassung der Organisationskultur in Wohndiensten. In Kooperation mit Dr. Humphreys und Prof. Bigby (LaTrobe University Melbourne) ist mit der Teamkulturskala für Wohndienste (TKS-W) ein deutschsprachiges Messinstrument entstanden, das empirisch überprüft ist. Die TKS-W ist im Anhang abgedruckt. Das Instrument kann von sozialen Organisationen dazu genutzt werden, die Organisationskultur in Wohndiensten zu diagnostizieren und partizipativ Interventionen zu ihrer Verbesserung zu planen und einzuleiten.