Nachhaltigkeit als große Illusion? Und was brächten akademische Visionen von Nachhaltigkeit wie die Bioökonomie dann der Praxis? Ein Gespräch mit Armin Grunwald
摘要
Die Biotechnologien der Bioökonomie sind häufig Gegenstand wirtschafts- und technikethischer Begleitforschung. Aber die negativen Klimafolgen machen auch etablierte Industrien auf neue Weise zum ethischen Diskussionsgegenstand. Durch das Anliegen der Nachhaltigkeit wurden Technikfolgen vermehrt zum öffentlichen Anliegen. In den Metiers der Technikethik und der politikberatenden Technikfolgenabschätzung ist Armin Grunwald ein international führender Wissenschaftler und Ratgeber. In diesem Gespräch geht es zunächst um die Jahrzehnte zurückreichende Geschichte der Technikfolgenabschätzung im Rahmen liberaler Demokratien. Dann geht es um den dramatischen Wandel der Medienöffentlichkeit und daraus folgende Probleme für einen rationalen Folgendiskurs. Schließlich sind auch das Verhältnis von Wissenschaft und Politik und die Zukunft der Nachhaltigkeitstransformation Themen des Gesprächs. Hat es jemals eine gesellschaftliche Technikfeindlichkeit gegeben? Was hat die große mediale Öffentlichkeit für das Anliegen der Nachhaltigkeit über Jahrzehnte der Sache gebracht? Was bewirken die großen Aktionspläne des Gesetzgebers für die Praxis? Ist eine ganz emissionsfreie Bauwirtschaft denkbar? Und welche Rolle spielt die Ethik als Begleitforschung? Hierzu sagt Armin Grunwald im Gespräch: „Ethik hilft den Menschen, selbst zu denken und selbst zu entscheiden.“