Kulturelle Ungleichheiten sind ein vernachlässigtes Gebiet der Sozialstrukturanalyse im deutschsprachigen Raum, wo allenfalls die Milieu- und Lebensstilforschung eine gewisse Prominenz erlangt hat. Dieser Beitrag verwendet im Gegensatz dazu einen engen Kulturbegriff im Sinne der Künste, legt den Kunstbegriff aber weit aus, indem „hohe“ und „populäre“ Ausdrucksformen einbezogen werden. Zwei Literaturstränge werden in einem übergreifenden theoretischen Rahmenmodell zusammengezogen. Zum einen wird die Forschung zur intergenerationalen Weitergabe kulturellen Kapitals in Kindheit und Jugend und zum Einfluss kulturellen Kapitals auf den schulischen Bildungserfolg betrachtet. Diese Forschung ist maßgeblich von Bourdieus Theorie der kulturellen Reproduktion geprägt. Zum anderen werden Ursachen und Folgen der Kulturpartizipation im Erwachsenenalter beleuchtet und mit der reproduktionstheoretischen Perspektive verknüpft. Die Darstellung verdeutlicht, dass die kulturelle Teilhabe in der Gesellschaft ungleich verteilt ist und dass die unterschiedliche Ausstattung mit kulturellem Kapital soziale Ungleichheiten nach sich zieht.

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Kulturpartizipation, kulturelles Kapital und kulturelle Reproduktion

  • Gunnar Otte

摘要

Kulturelle Ungleichheiten sind ein vernachlässigtes Gebiet der Sozialstrukturanalyse im deutschsprachigen Raum, wo allenfalls die Milieu- und Lebensstilforschung eine gewisse Prominenz erlangt hat. Dieser Beitrag verwendet im Gegensatz dazu einen engen Kulturbegriff im Sinne der Künste, legt den Kunstbegriff aber weit aus, indem „hohe“ und „populäre“ Ausdrucksformen einbezogen werden. Zwei Literaturstränge werden in einem übergreifenden theoretischen Rahmenmodell zusammengezogen. Zum einen wird die Forschung zur intergenerationalen Weitergabe kulturellen Kapitals in Kindheit und Jugend und zum Einfluss kulturellen Kapitals auf den schulischen Bildungserfolg betrachtet. Diese Forschung ist maßgeblich von Bourdieus Theorie der kulturellen Reproduktion geprägt. Zum anderen werden Ursachen und Folgen der Kulturpartizipation im Erwachsenenalter beleuchtet und mit der reproduktionstheoretischen Perspektive verknüpft. Die Darstellung verdeutlicht, dass die kulturelle Teilhabe in der Gesellschaft ungleich verteilt ist und dass die unterschiedliche Ausstattung mit kulturellem Kapital soziale Ungleichheiten nach sich zieht.