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Zwischen Rückzug und fortgesetztem globalen Engagement. Wohin steuert die US-Außenpolitik?

  • Stefan Fröhlich

摘要

Zum Selbstverständnis der USA gehört bis heute, dass US-amerikanische Präsidenten, gleichgültig ob Republikaner oder Demokraten, zugleich die „Führer der freien Welt“ sind. Erst unter Präsident Trump schien diese Grundprämisse erstmals insofern in Frage gestellt, als für viele Beobachter diese „freie Welt“ ohne US-amerikanische Führung aufgehört hatte zu existieren. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass sich die USA auch unter Trump unverändert in der Rolle des Garanten internationaler Stabilität und als unentbehrliche Ordnungsmacht sahen. Damit unterschied sich seine Agenda trotz unbestrittener Abkehr von den Grundprinzipien des liberalen Internationalismus zumindest in einem Punkt gar nicht so erheblich von der seines Amtsvorgängers. Seit der zweiten Amtszeit Obamas ist der Trend einer größeren Zurückhaltung in Bezug auf Amerikas globales Engagement unverkennbar. Zwar mag er unter Trump seinen vorläufigen Höhepunkt erfahren haben. Auch unter der Administration von Joe Biden aber setzt sich „America first“ unter dem Label „buy American“ fort und spiegelt den Willen wider, künftig amerikanische und nicht globale Interessen in den Mittelpunkt zu stellen, gleichzeitig aber am Führungs- und Gestaltungswillen der USA in einer multipolaren Welt festzuhalten.