Wertfreiheit und emanzipatorische Sozialwissenschaft
摘要
Der vorliegende Beitrag analysiert den Zusammenhang von wissenschaftlicher Wertfreiheit und normativen Positionierungen aus dem wissenschaftlichen Feld der Sozialen Arbeit heraus. Dabei werden zum einen die Positionen von Albert Scherr rekonstruiert und als wiederkehrender Bezugspunkt erkenntnistheoretischer und wissenschaftstheoretischer Reflexionen genutzt. Zum anderen werden diese mit Max Weber kokettierenden Positionen Scherrs mit aktuellen Debatten um „dicke“ und „dünne“ Normativitäten im Rahmen vor allem der Theorie und weniger der Praxis Sozialer Arbeit in Beziehung gesetzt. Eine der wichtigeren Schlussfolgerungen der vorgelegten Argumentationsstrategie ist, dass Albert Scherr sich durchaus mutiger auf wissenschaftliche Normativität hätte berufen können und dass ein zu scharfer Dualismus zwischen der politischen Person und dem Sozialwissenschaftler am Ende zu viel von der potenziellen gesellschaftskritischen Sprengkraft der Theorie Sozialer Arbeit aufgibt.