Präventionsketten – Integrierte kommunale Strategie zur strukturell orientierten Armutsprävention
摘要
Präventionsketten sind ein wichtiges Element kommunaler Infrastruktur der sozialen Daseinsvorsorge. Davon zeugen diverse kommunale Einzelbeispiele und zunehmend auch Programme der Bundesländer zur Entwicklung integrierter Vorgehensweisen in Prävention und Gesundheitsförderung. Ziel von Präventionsketten ist ein gesamtstrategisches Vorgehen zu einer systematischen, ressort- und arbeitsfeldübergreifenden Vernetzung von Gremien, freien Trägern, öffentlichen Institutionen und Zivilgesellschaft durch wirkungsvolle Verbindung und Abstimmung. Dazu wird ein Veränderungsprozess im kommunalen Unterstützungssystem angestoßen, bei dem sowohl die Zusammenarbeit der relevanten Akteur*innen als auch konkrete Angebote gemeinsam bedarfs- und bedürfnisgerecht zugunsten des Aufwachsens im Wohlergehen für alle Kinder und Jugendlichen weiterentwickelt werden. Präventionsketten stehen für einen Paradigmenwechsel und für programmatisch ausgerichtete Politik, die die Belange von Kindern und Jugendlicher, die in Armut aufwachsen, oben auf die Agenda setzt – und damit aktive Prävention verfolgt, anstatt auf Defizite zu reagieren. Doch nicht allein die Kommunen, auch die Länder und der Bund sind aufgefordert, die dazu erforderlichen Veränderungen im eigenen System aktiv anzugehen. Der Beitrag liefert u. a. Ausführungen zu Begriffsbestimmung, Zielsetzungen und weiteren konzeptionellen Grundlagen des Präventionskettenkonzepts sowie zu dessen Verbreitung. Zudem fokussiert er auf die gemeinsame Verantwortung von Bund, Ländern und Kommunen für mehr Teilhabe.