Die Rechtsextremismusforschung steht immer wieder erneut vor der Herausforderung, sich ihres Gegenstands zu vergewissern und ‚an Begriffen zu arbeiten‘. Dabei geht es nicht nur darum, wissenschaftliche Terminologien von (sicherheits-)behördlichen und statischen Extremismuskonzepten abzugrenzen, sondern gleichfalls um die Frage, wie antidemokratische Akteur*innen und vielfältige autoritäre Weltanschauungen der Gegenwart mit ihren historischen Bezügen begrifflich-analytisch präzise gefasst werden können. Das Feld der Rechtsextremismusforschung hat sich phänomenologisch dynamisiert, und Versuche der Ursachenerklärung werden komplexer – auch dadurch, dass sich Erkenntnisse aus der Forschung zu Ideologien und Kontexten von Rechtsextremismus weiter ausdifferenzieren und interdisziplinärer ausgerichtet sind. Der Beitrag greift das ‚Arbeiten an Begriffen‘ auf, um das konzeptionelle Ringen der Forschung mit ihrem Gegenstand und ihrer Ausdifferenzierung zu diskutieren. Gleichfalls wird das sich dynamisch entwickelnde Feld der Rechtsextremismusforschung in den Blick genommen. Es wird auf neue Akteur*innen, ideologische Ausdifferenzierungen und Kontexte eingegangen, die innerhalb der extremen Rechten zu beobachten sind, aber auch über die äußerste Rechte hinausgehen. Viele der gegenwärtig diskutierten Phänomene in Wissenschaft und Politik sind jedoch nicht neu. Sie wurden durch Ereignisse entweder sichtbarer oder wurden durch solche erst zur Kenntnis genommen, wie beispielsweise im Kontext rechtsterroristischer Gewalt oder der Corona-Pandemie.

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Rechtsextremismus: Ideologie, Terminologie und Kontexte

  • Ursula Birsl,
  • Matthias Quent

摘要

Die Rechtsextremismusforschung steht immer wieder erneut vor der Herausforderung, sich ihres Gegenstands zu vergewissern und ‚an Begriffen zu arbeiten‘. Dabei geht es nicht nur darum, wissenschaftliche Terminologien von (sicherheits-)behördlichen und statischen Extremismuskonzepten abzugrenzen, sondern gleichfalls um die Frage, wie antidemokratische Akteur*innen und vielfältige autoritäre Weltanschauungen der Gegenwart mit ihren historischen Bezügen begrifflich-analytisch präzise gefasst werden können. Das Feld der Rechtsextremismusforschung hat sich phänomenologisch dynamisiert, und Versuche der Ursachenerklärung werden komplexer – auch dadurch, dass sich Erkenntnisse aus der Forschung zu Ideologien und Kontexten von Rechtsextremismus weiter ausdifferenzieren und interdisziplinärer ausgerichtet sind. Der Beitrag greift das ‚Arbeiten an Begriffen‘ auf, um das konzeptionelle Ringen der Forschung mit ihrem Gegenstand und ihrer Ausdifferenzierung zu diskutieren. Gleichfalls wird das sich dynamisch entwickelnde Feld der Rechtsextremismusforschung in den Blick genommen. Es wird auf neue Akteur*innen, ideologische Ausdifferenzierungen und Kontexte eingegangen, die innerhalb der extremen Rechten zu beobachten sind, aber auch über die äußerste Rechte hinausgehen. Viele der gegenwärtig diskutierten Phänomene in Wissenschaft und Politik sind jedoch nicht neu. Sie wurden durch Ereignisse entweder sichtbarer oder wurden durch solche erst zur Kenntnis genommen, wie beispielsweise im Kontext rechtsterroristischer Gewalt oder der Corona-Pandemie.