Medientheorien der Datenbilder beziehen ihre Relevanz aus der produktiven, weil wechselseitigen Problematisierung zweier unterschiedlicher medialer Register mit eigenständigen Theorien, Analysemethoden und Mediengeschichten: Bilder und Daten. Durch ihre Verknüpfung können grundlegende medientheoretische Kategorien, wie Wissen, Wirklichkeit und Wahrnehmung, sowie die damit verbundenen epistemologischen, ästhetischen und politischen Dimensionen von Medien befragt werden. Darüber hinaus scheint die Kombination von Bildern und Daten mit einem traditionellen Verständnis beider Kategorien zu brechen und durch die wechselseitige Bedingtheit genuin neue Bild- und Datenbegriffe zu erfordern. In diesem Beitrag soll gezeigt werden, wie das Aufkommen digitaler Bilder diese medientheoretische Radikalität auf der Suche nach neuen Bild- und Datenbegriffen katalysiert hat, Datenbilder aber keineswegs auf digitale Bilder beschränkt sind. Neben den unterschiedlichen materiellen Ausprägungen wird unter Berücksichtigung des genuin epistemologischen Charakters von Datenbildern zugleich ihr analytisches Potenzial – nicht nur als Untersuchungsgegenstand, sondern auch als visuelle Methode – diskutiert. Denn Datenbilder wie z. B. Datenvisualisierungen liefern in medialer Form eine eigenständige Theorie über die Wirklichkeit. Neben der verschriftlichten Reflexion von Datenbildern durch Medientheoretiker*innen sollen daher die mediale Theorie der Datenbilder, die nach neuen analytischen und hermeneutischen Zugängen fragt, im Zentrum des Handbuchartikels stehen.

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Medientheorien der Datenbilder

  • Elisa Linseisen

摘要

Medientheorien der Datenbilder beziehen ihre Relevanz aus der produktiven, weil wechselseitigen Problematisierung zweier unterschiedlicher medialer Register mit eigenständigen Theorien, Analysemethoden und Mediengeschichten: Bilder und Daten. Durch ihre Verknüpfung können grundlegende medientheoretische Kategorien, wie Wissen, Wirklichkeit und Wahrnehmung, sowie die damit verbundenen epistemologischen, ästhetischen und politischen Dimensionen von Medien befragt werden. Darüber hinaus scheint die Kombination von Bildern und Daten mit einem traditionellen Verständnis beider Kategorien zu brechen und durch die wechselseitige Bedingtheit genuin neue Bild- und Datenbegriffe zu erfordern. In diesem Beitrag soll gezeigt werden, wie das Aufkommen digitaler Bilder diese medientheoretische Radikalität auf der Suche nach neuen Bild- und Datenbegriffen katalysiert hat, Datenbilder aber keineswegs auf digitale Bilder beschränkt sind. Neben den unterschiedlichen materiellen Ausprägungen wird unter Berücksichtigung des genuin epistemologischen Charakters von Datenbildern zugleich ihr analytisches Potenzial – nicht nur als Untersuchungsgegenstand, sondern auch als visuelle Methode – diskutiert. Denn Datenbilder wie z. B. Datenvisualisierungen liefern in medialer Form eine eigenständige Theorie über die Wirklichkeit. Neben der verschriftlichten Reflexion von Datenbildern durch Medientheoretiker*innen sollen daher die mediale Theorie der Datenbilder, die nach neuen analytischen und hermeneutischen Zugängen fragt, im Zentrum des Handbuchartikels stehen.