Medientheorien der De/Kolonialität in der postdigitalen Gegenwart
摘要
Dieser Eintrag nimmt von der Überlegung Ausgang, dass der Begriff der Postdigitalität im Zusammenhang der Verschiebung der Debatten von Postkolonialismus zu Dekolonialität zu verstehen ist. Dies hat Auswirkungen auf die medienwissenschaftliche Analyse und Methodologie. Im Zentrum des Beitrags steht weniger eine „postkoloniale Medienwissenschaft“, als dass es um Fragen der Kolonialität digitaler Infrastrukturen, Ökonomien und Ästhetiken geht. Verhandelt werden Formen des digitalen Kolonialismus, der algorithmischen Diskriminierung und rassistischen (Bild-)Kulturen des Digitalen. Sie werden im historischen Zusammenhang der Rassifizierung von Technologie diskutiert. Dabei stellt sich die Frage, inwiefern die Medienwissenschaften eine antihegemoniale Theoriebildung sind und einen diskursiven wie auch praktischen Verhandlungsraum der Dekolonialität bilden. Medienwissenschaften werden als kritische Intervention mit Blick auf Kanon, Methoden, Darstellungsweisen und Kommunikationsstile befragt und unter der Prämisse, andere als koloniale Zukünfte vorstellbar werden zu lassen, relevant gemacht.