Bilder von Fremden – Konstruktionen nationaler (Nicht-) Zugehörigkeit als Voraussetzung sowie Bestandteil sozialer Ausgrenzung
摘要
Die Kopplung der Themen Flucht/Migration und Armut verdichtet zwei Diskursstränge zu Ungleichheit in Gestalt spezifischer Fremdheitsbilder. Sie knüpft an die Restauration ethnisch-völkischer Homogenitätsfantasien an. Armut und deren Ursachen erscheinen als Migrationsphänomene, die als „Ansturm“ oder „Flut“ gesellschaftliche Verhältnisse in Deutschland bedrohen. Globale und historische Hintergründe asymmetrischer Weltwirtschaftsbeziehungen als Armutsursachen werden im Gegenzug dethematisiert. Erzeugt wird eine Konkurrenzstellung zwischen national zugehörigen und nicht zugehörigen Armen. Letztlich kommt es zur Umcodierung vertikaler Verteilungskonflikte und Teilhabeausschlüsse. Die gegenwärtige Soziale Frage wird migrantisiert.