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Alltägliche Lebensführung und Nachhaltigkeit im Konsum

  • Henrike Rau

摘要

Umweltsoziologische Konsumforschung hat einen erheblichen Bedeutungszuwachs erfahren und stellt heute eine vielfältige Forschungslandschaft dar. Die frühe Dominanz sozial- und verhaltenspsychologischer Ansätze zu Einstellungen, Handlungsabsichten und tatsächlichem Handeln im Hinblick auf (nicht)nachhaltigen Konsum wurde ab den 2000ern besonders durch praxistheoretische Alternativen herausgefordert bzw. zumindest teilweise abgelöst. Letztere haben den Blick auf gesellschaftlich geteilte und oftmals stark routinisierte Alltagspraktiken und deren soziale und materielle Gründe und Folgen gelenkt und damit einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der Forschung geleistet. Ergänzend dazu hat die konsumbiografische Forschung den Blick für konsumbezogene (Dis)kontinuitäten im Lebensverlauf und damit auch die Notwendigkeit längsschnittorientierter und retrospektiver Methoden der empirischen Konsumforschung geschärft, allen voran die besonders in Europa angesiedelte Mobilitätsbiografienforschung. Ansätze zur politischen Steuerung und Governance nicht nachhaltigen Konsums umfassen effizienz- und suffizienzorientierte Beiträge sowie das Konzept der Konsumkorridore. Interkulturelle Unterschiede in der alltäglichen Lebensführung und deren Auswirkungen auf den Ressourcenverbrauch von Individuen, Haushalten, Regionen und Nationen bleiben dagegen bisher wenig erforscht.