Rebound-Effekte aus umweltsoziologischer Perspektive
摘要
Energieeffizienz gilt seit langem als ein wichtiges Instrument zur Senkung des Energieverbrauchs und damit zur Verringerung der klimaschädlichen Emissionen. Doch wenn die Energieeffizienz erhöht wird, sinkt der Energieverbrauch oft nicht in dem Maße, wie es die technischen Schätzungen vorhersagen. In solchen Fällen spricht man von einem „Rebound-Effekt“. Rebound-Effekte wurden zunächst von Wirtschaftswissenschaftler:innen untersucht, die darauf hinwiesen, dass durch die Steigerung der Energieeffizienz, „Energiedienstleistungen“ billiger wurden. „Energiedienstleistungen“ sind die Güter und Dienste, die die Menschen durch den Verbrauch von Energie erhalten, z. B. zurückgelegte Entfernungen, beheizte Räume oder hergestellte Waren. Wenn diese billiger werden, kaufen bzw. verbrauchen die Leute mehr. Spätere Forschungen identifizierten weitere Ursachen für Rebound-Effekte, darunter psychologische Einstellungen, soziale Praktiken, sozialstrukturelle Einflüsse, Durchsetzungsvermögen von Interessengruppen und große systemisch angelegte thermodynamische Prozesse, die tief in die Funktionsweise der Industriegesellschaft eingebettet sind. Das Ausmaß der Rebound-Effekte ist von besonderem Interesse, aber auch die jeweiligen sozioökonomischen Situationen, in denen Rebound-Effekte stattfinden. Für Menschen, die von Energiearmut betroffen sind, kann eine höhere Energieeffizienz mit einem hohen prozentualen Rebound-Effekt dazu führen, dass sie sich größere Mengen an dringend benötigten Energiedienstleistungen leisten können. Andererseits können geringe prozentuale Rebound-Effekte in einem Land mit hohem Einkommen die Klimaziele vereiteln. Es besteht auch die ernste Sorge, dass die Rebound-Effekte in der gesamten Wirtschaft so groß sein könnten, dass die Steigerung der Energieeffizienz tatsächlich zu einem höheren Energieverbrauch und zu höheren CO2-Emissionen führt. Eine vielversprechende Entwicklung in der jüngsten Rebound-Forschung ist daher der Versuch, sie in Nachhaltigkeitsstudien einzubetten.