Während die ökologische Krise und der Klimawandel seit Jahrzehnten ein zentrales Thema und Problem der Erziehungswissenschaft sind, formiert sich gegenwärtig unter Rezeption naturwissenschaftlicher Perspektiven im Kontext des ‚neuen Materialismus‘ ein erziehungswissenschaftlicher Zugang, der theoretisch auf ganz neue Weise ansetzt und das Mensch-Natur-Verhältnis radikal anders zu denken beansprucht. Um sich der Frage der Operativität der Theoriebildung in diesem neuen Projekt zu nähern, rekonstruiert der Beitrag eine Wissensgeschichte derjenigen Figuren und referenziellen Kontexte (z. B. die Gaia-Hypothese), die in diesen neuen Ansätzen relevant gemacht werden. Im Zentrum stehen dabei die Vorschläge Donna Haraways, eine sympoietische Kultur des Mit-Einander-Seins zu etablieren. Zwar grenzt Haraway ihren Einsatz der Sympoiesis von der systemtheoretischen Autopoiesis ab, allerdings zeigt sich, dass ein Blick auf die Wissensgeschichte kybernetisch-systemtheoretischer Ansätze im interdisziplinären und im erziehungswissenschaftlichen diskursiven Raum die Erkenntnisbedingungen aufzeigt, mit denen auch noch Haraway und notwendig alle daran anschließenden Theoriebemühungen operieren.

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Pädagogik angesichts der Krise der Erde: Von der Autopoiesis zur Sympoiesis. Zur Wissensgeschichte naturwissenschaftlicher Denkfiguren in der Erziehungswissenschaft

  • Daniel Wrana

摘要

Während die ökologische Krise und der Klimawandel seit Jahrzehnten ein zentrales Thema und Problem der Erziehungswissenschaft sind, formiert sich gegenwärtig unter Rezeption naturwissenschaftlicher Perspektiven im Kontext des ‚neuen Materialismus‘ ein erziehungswissenschaftlicher Zugang, der theoretisch auf ganz neue Weise ansetzt und das Mensch-Natur-Verhältnis radikal anders zu denken beansprucht. Um sich der Frage der Operativität der Theoriebildung in diesem neuen Projekt zu nähern, rekonstruiert der Beitrag eine Wissensgeschichte derjenigen Figuren und referenziellen Kontexte (z. B. die Gaia-Hypothese), die in diesen neuen Ansätzen relevant gemacht werden. Im Zentrum stehen dabei die Vorschläge Donna Haraways, eine sympoietische Kultur des Mit-Einander-Seins zu etablieren. Zwar grenzt Haraway ihren Einsatz der Sympoiesis von der systemtheoretischen Autopoiesis ab, allerdings zeigt sich, dass ein Blick auf die Wissensgeschichte kybernetisch-systemtheoretischer Ansätze im interdisziplinären und im erziehungswissenschaftlichen diskursiven Raum die Erkenntnisbedingungen aufzeigt, mit denen auch noch Haraway und notwendig alle daran anschließenden Theoriebemühungen operieren.