Algorithmische Wissenskulturen in den Geisteswissenschaften und ihr Vorlauf im 19. Jahrhundert
摘要
Algorithmische Wissenskulturen sind auch in den Geisteswissenschaften von Bedeutung, wenngleich sie hier weniger Prominenz entfalten als etwa in den Naturwissenschaften. Exemplarische Pioniere geisteswissenschaftlicher algorithmischer Wissenskulturen im 19. Jahrhundert sind Thomas Young, Thomas C. Mendenhall, Friedrich W. Kaeding und Karl Groos. Young untersucht Sprachverwandtschaften und will Hieroglyphen entschlüsseln, Mendenhall versucht sich an der Klärung strittiger Texturheberschaften Shakespeares, Kaeding will die deutsche Stenografie optimieren, Groos Psychogramme von Dichtern erstellen. Kennzeichnend für ihre Arbeitsweise sind elaborierte Operationalisierungen mithilfe unterschiedlicher Methoden und Techniken (z. B. Wahrscheinlichkeitsrechnung, Einsatz von menschlichen Computern oder Zählmaschinen). Aus epistemischer Perspektive bilden ihre Experimente einen wichtigen Vorlauf für die Digital Humanities.