Wohnungslosigkeit (als Beispiel für Hyperexklusion) aus der Perspektive Postmoderner Sozialer Arbeit
摘要
Der folgende Beitrag skizziert die Bearbeitung des Phänomens Wohnungslosigkeit durch das theoretisch fundierte Handlungskonzept „Postmoderne Soziale Arbeit“ (Wirth & Kleve, 2019). Ausgangspunkt ist eine Fallbeschreibung, die an einen wirklich geschehenen Fall des wohnungslosen Jugendlichen „Jürgen“ anknüpft. Es wird hierbei der systemtheoretisch begründete Vorschlag eingebracht, die Nichtteilnahme an sämtlichen Funktionssystemen der Gesellschaft während der Lebensführung wie bei Jürgen mit Hyperexklusion durchaus fallpraktisch zu beschreiben. Außerdem wird die „Multiperspektivische Fallarbeit“ von Burkhard Müller herangezogen. Um mit dieser in die fallbezogenen Diskussion der passenden Herangehensweise systematisch einmünden zu können, werden die drei Wissenskategorien der Müllerschen Fallarbeit um die neue vierte Kategorie Fall mittels ergänzt. Der Beitrag versucht im Ganzen am Beispiel der Wohnungslosigkeit zu zeigen, dass die Postmoderne Soziale Arbeit geeignet ist, komplexe Probleme der Lebensführung in der funktional differenzierten Gesellschaft in einer strukturell zusammenhängenden und fallreflexiven Weise zu analysieren, einer professionellen Fallbearbeitung zuzuführen und mit der hier zu zeigenden fallpraktischen Plausibilität auch positive Veränderungen zu schaffen.