Im ersten Teil geht es um die Klärung der Begriffe „Sozialer Raum, Sozialraum, Sozialraumorientierung“, die sowohl in der Praxis der Sozialen Arbeit als auch in den Sozialwissenschaften höchst unterschiedlich benutzt werden. Mit einem flexiblen Raumbegriff ist es auch möglich, virtuelle Räume als Sozialräume zu betrachten und die Dichotomie zwischen „realen“ und „virtuellen“ Räumen zu überwinden. Die Bedeutung des Wohnumfeldes, des Wohnquartiers für ein gelingendes Lebens im Alter ist in den letzten Jahren immer mehr in den Blick geraten. Vordiesem Hintergrund geht es im zweiten Teil um die Sozialraumorientierung im Kontext der demografischen Entwicklung. Mit dem Zusammenhang von Ort, Raum und wohnungslosen Personen befasst sich der dritte Teil des Beitrags auf der Grundlage von Fallvignetten zunächst am Beispiel des Hauptbahnhofs einer Großstadt am Rhein, der als Ort für Wohnungslose zu einem ungastlichen Ort geworden ist. Die Fallvignette zeigt, wie Soziale Arbeit Strukturen im Raum und damit den Raum durch „Setting und Spacing“ (Löw) verändern und gestalten kann. Eine zweite Fallvignette lässt nachvollziehbar erkennen, wie wohnungslose Menschen die Herstellung ihres Raumes, ihres „Zuhause“ – wie man dieses „Produkt“ ihres Handelns in Anlehnung an Douglas (1991) nennen kann – über einen Stadtraum mit seinen mehreren Orten und Räumen hinweg gestalten. Im Fazit wird deutlich, dass eine dezidierte Raumorientierung im hier skizzierten Verständnis der Profession sowohl ein analytisches Instrumentarium liefert, welches die Lebenswelt von „Menschen mit dem Lebensmittelpunkt Straße“ in einem neuen Licht erscheinen lässt, aber auch daran anknüpfend eine qualitativ neue raumorientierte Handlungsstrategie ermöglicht.

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Sozialer Raum und Raumaneignung in Bezug auf wohnungslose Menschen

  • Thomas Münch,
  • Ulrich Deinet

摘要

Im ersten Teil geht es um die Klärung der Begriffe „Sozialer Raum, Sozialraum, Sozialraumorientierung“, die sowohl in der Praxis der Sozialen Arbeit als auch in den Sozialwissenschaften höchst unterschiedlich benutzt werden. Mit einem flexiblen Raumbegriff ist es auch möglich, virtuelle Räume als Sozialräume zu betrachten und die Dichotomie zwischen „realen“ und „virtuellen“ Räumen zu überwinden. Die Bedeutung des Wohnumfeldes, des Wohnquartiers für ein gelingendes Lebens im Alter ist in den letzten Jahren immer mehr in den Blick geraten. Vordiesem Hintergrund geht es im zweiten Teil um die Sozialraumorientierung im Kontext der demografischen Entwicklung. Mit dem Zusammenhang von Ort, Raum und wohnungslosen Personen befasst sich der dritte Teil des Beitrags auf der Grundlage von Fallvignetten zunächst am Beispiel des Hauptbahnhofs einer Großstadt am Rhein, der als Ort für Wohnungslose zu einem ungastlichen Ort geworden ist. Die Fallvignette zeigt, wie Soziale Arbeit Strukturen im Raum und damit den Raum durch „Setting und Spacing“ (Löw) verändern und gestalten kann. Eine zweite Fallvignette lässt nachvollziehbar erkennen, wie wohnungslose Menschen die Herstellung ihres Raumes, ihres „Zuhause“ – wie man dieses „Produkt“ ihres Handelns in Anlehnung an Douglas (1991) nennen kann – über einen Stadtraum mit seinen mehreren Orten und Räumen hinweg gestalten. Im Fazit wird deutlich, dass eine dezidierte Raumorientierung im hier skizzierten Verständnis der Profession sowohl ein analytisches Instrumentarium liefert, welches die Lebenswelt von „Menschen mit dem Lebensmittelpunkt Straße“ in einem neuen Licht erscheinen lässt, aber auch daran anknüpfend eine qualitativ neue raumorientierte Handlungsstrategie ermöglicht.