Obwohl Karl Marx selbst sich zur Kunst in geradezu proto-soziologischer Art und Weise gewidmet hatte, haben innerhalb der marxistischen Theorie nicht kunstsoziologische, sondern kunstphilosophische und ästhetiktheoretische Ansätze dominiert. Von einer Tradition marxistischer Kunstsoziologie kann nur in Ansätzen die Rede sein. Dennoch gibt es eine marxistische Kunstsoziologie bis heute, deren zentrale Ansatzpunkte, Inhalte und Diskussionen in diesem Beitrag dargestellt werden. Diese werden ausgehend von den von Marx und Engels als grundlegende Probleme einer Kunstauffassung herausgestellten Charakteristika (I) unter dem Aspekt der Produktion (II), der Rezeption (III) und der Frage der Institution (IV) nachgezeichnet. Diese Rekonstruktion geschieht zwar auch anhand des Referierens einzelner Positionen, vollzieht sich aber vor allem entlang von inhaltlichen Kernfragen. Schließlich wird der interventionistische Anspruch (V), den alle im Rahmen des Marxismus entwickelten, kunstsoziologischen Ansätze teilen, und die damit einhergehende Kollision zwischen der Verteidigung der relativen Autonomie und dem Anliegen des Engagements diskutiert.

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Marxistische Kunstsoziologie

  • Jens Kastner

摘要

Obwohl Karl Marx selbst sich zur Kunst in geradezu proto-soziologischer Art und Weise gewidmet hatte, haben innerhalb der marxistischen Theorie nicht kunstsoziologische, sondern kunstphilosophische und ästhetiktheoretische Ansätze dominiert. Von einer Tradition marxistischer Kunstsoziologie kann nur in Ansätzen die Rede sein. Dennoch gibt es eine marxistische Kunstsoziologie bis heute, deren zentrale Ansatzpunkte, Inhalte und Diskussionen in diesem Beitrag dargestellt werden. Diese werden ausgehend von den von Marx und Engels als grundlegende Probleme einer Kunstauffassung herausgestellten Charakteristika (I) unter dem Aspekt der Produktion (II), der Rezeption (III) und der Frage der Institution (IV) nachgezeichnet. Diese Rekonstruktion geschieht zwar auch anhand des Referierens einzelner Positionen, vollzieht sich aber vor allem entlang von inhaltlichen Kernfragen. Schließlich wird der interventionistische Anspruch (V), den alle im Rahmen des Marxismus entwickelten, kunstsoziologischen Ansätze teilen, und die damit einhergehende Kollision zwischen der Verteidigung der relativen Autonomie und dem Anliegen des Engagements diskutiert.