Medien und internationale Politik
摘要
Massenmedien haben über Jahrzehnte ihre politische Bedeutung ausgebaut; Neue und internetbasierte Medien brachten eine rapide Erweiterung von Kommunikation in neuer und partizipativer Qualität. In der schwer durchschaubaren auswärtigen Politik scheint Medien zunehmend Macht zuzuwachsen, indem sie die Wirklichkeit definieren, Entscheidungen beeinflussen oder gar bestimmen, sei es allein aus ihrer Funktionslogik (Übermittlungsstruktur, Ausmaß, Geschwindigkeit, Echtzeit), sei es wirtschaftlich oder politisch motiviert (quotenbezogene Fixierung auf Aktualität/Spektakuläres; partikuläre Interessen). Die Bestandsaufnahme medialer Entwicklungen und ihrer Auswirkungen aus verschiedenen Perspektiven zeigt, dass Medien weiterhin meist der Politik folgen und nicht umgekehrt. Immer öfter werden Medien auch durch die Politik instrumentalisiert oder die Politik übernimmt gar Aufgaben der Medien. Nur wenn die politische Lage unklar in Bezug auf Entscheidungen bleibt und maßgebliche Akteure unsichere Haltung zeigen, können Medien selbst entscheidenden Einfluss ausüben. Vor allem im Bereich der verschiedenen Ebenen (lokal, global) und des Umfangs im Bereich der sozialen Medien hat sich im letzten Jahrzehnt viel getan. Die Meinungen dazu schwanken zwischen Überschätzung (Partizipation, Mobilisierung, Demokratisierung) und Schmähung (Unkontrollierbarkeit, Manipulierbarkeit, Aktivismus ohne strukturelle Effekte, Gefahr für Kultur/Demokratie); Auch für Soziale Medien gilt meist, dass ihr hohes technisches und kommunikatives Potenzial nur im komplexen Zusammenwirken mit ihren Rahmenbedingungen über kurzfristige Erregtheit hinaus wirksam werden kann, wobei sie zunehmend von der Politik für eigenständige öffentliche Kommunikation und Diplomatie genutzt werden.