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Rekonstruktive Forschungslogik in den Internationalen Beziehungen

  • Benjamin Herborth

摘要

Die übliche Trennung von quantitativen und qualitativen Methoden verdeckt, dass sich Fragen nach dem Zusammenhang von Gegenstand, Theorie und Methode erst auf der Ebene der Forschungslogik behandeln lassen. Der Beitrag führt daher die in der sozialwissenschaftlichen Hermeneutik übliche Unterscheidung von Rekonstruktionslogik und Subsumtionslogik ein, die deutlich macht, dass methodische und methodologische Entscheidungen nie allein technischer Natur sind, sondern gesellschaftstheoretische Weichenstellungen implizieren. Gegen die künstliche Trennung von Theorie, Gegenstand und Methode in einheitswissenschaftlicher Tradition lässt sich mithilfe einer rekonstruktionslogischen Perspektive sichtbar machen, dass sich sachhaltige Forschung nicht in empirischen Einzelfalluntersuchungen erschöpft, sondern immer auf eine theoretisch zu begründende Gegenstandserschließung angewiesen bleibt. Der Beitrag rekonstruiert vor diesem Hintergrund zunächst die Problemgeschichte der IB als Sozialwissenschaft und diskutiert, welche Bezüge sich daraus zum Positivismusstreit in der Soziologie ergeben, um dann drei Dimensionen rekonstruktiver Forschungslogik aufzufächern. Die Anregung, vom Gegenstand aus theoretisch zu denken, liegt allen drei Dimensionen gleichermaßen zugrunde.