Polemik aus dem Westen. Aspekte der Rezeption von Ricoldus’ de Monte Crucis Contra legem Sarracenorum im spätbyzantinischen Reich (14. Jh.)
摘要
Mit Beginn der arabischen Expansion geriet der Islam ins Blickfeld der byzantinischen Welt. Die umfangreichen Eroberungen in Syrien, insbesondere Damaskus im Jahr 635, und die Etablierung der Umayyaden-Dynastie auf ehemals oströmischem Gebiet machten eine politische und theologische Auseinandersetzung der Byzantiner mit der neuen Macht im östlichen Mittelmeerraum unumgänglich und sind uns zunächst in den Werken des Johannes von Damaskos (ca. 675–754) sowie im (wohl pseudepigraphischen) Brief Kaiser Leos III. (717–741) an den Kalifen Umar II. (717–720) greifbar. Eine ausführliche und systematische „Widerlegung“ des Koran aus christlicher Sicht schuf schließlich etwas über 100 Jahre später Niketas von Byzanz (2. H. 9. Jh.), der sich offenbar bereits auf eine griechische Koranübersetzung stützte.