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Die Stellung der Christen in Rūmīs Mas̱navī-ye Maʿnavī

  • Tamara Nili-Freudenschuß,
  • Reza Nili-Freudenschuß

摘要

Der persische Sufi-Mystiker Rūmī ist weit über die Grenzen der mehrheitlich muslimischen Länder hinaus bekannt. Er erlangte mit seinen Gedichten – insbesondere jenen aus dem Mas̱navī-ye Maʿnavī (übersetzbar mit „spirituelle Zweizeiler“) – nicht zuletzt durch die Nachdichtungen von Coleman Barks auf der Basis der noch heute hoch angesehenen englischen Übersetzung von Reynold Nicholson in der westlichen Welt Berühmtheit wie kaum ein anderer muslimischer Dichter. Aber nicht nur die anhaltende Popularität seiner Gedichte ist ein verbindendes Element zwischen Ost und West, auch geographisch situiert sich Rūmī zwischen der christlichen und der muslimischen Welt: Das Konya des 13. Jahrhunderts, in dem er die meiste Zeit seines Lebens verbrachte, war durch die muslimischen Seldschuken vom Byzantinischen Reich erobert worden – hier lebten zu Rūmīs Zeiten Christen, Muslime und Juden miteinander. Und auch in den Geschichten des Mas̱navī-ye Maʿnavī, das in diesem multireligiösen und multikulturellen Setting entstand, finden sich die unterschiedlichsten Akteure: Historische und islamische Persönlichkeiten bis hin zu Personen aus dem jüdischen und christlichen Kontext stehen im Zentrum von Rūmīs Gedichten.