Journalismustheorie und journalistische Praxis
摘要
Die in der Tradition soziologischer Systemtheorien entwickelten Begriffe sind aus Sicht des Autors empirieleer und für die Beschreibung gesellschaftlicher Verständigungsprozesse wenig geeignet. Verschiedene neue Theorieansätze ordnen Journalismus anderen Paradigmen und Theoriekontexten zu. Beachtung findet derzeit das Konzept der Praxeologie. Unter dieser Perspektive bezeichnet „Journalismus“ ein Praxisfeld mit mess- und beschreibbaren Rollen, Interaktionen und Leistungserwartungen. Soll nun aber Journalismus in informationsoffenen, partizipativen Mediengesellschaften sinnvoll begriffen und demokratietheoretisch beschrieben werden, so rücken einerseits die normativen Funktionszuschreibungen und andererseits die empirisch zu erfassenden Funktionsleistungen ins Blickfeld. Künftige Praxistheorien stehen vor der Aufgabe, beide Perspektiven zu verbinden und Journalismus im Spannungsfeld zwischen normativen Zuschreibungen, marktabhängigen Produktionsbedingungen und interaktiven Kommunkationsformen zu verstehen – und seine Dysfunktionen aufzuklären.