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Journalismus als kultureller Diskurs

  • Margreth Lünenborg

摘要

Journalismus aus der Perspektive der Cultural Studies zu verstehen, ermöglicht es, die Deutungs- und Interpretationsleistungen des Publikums ernst zu nehmen. So wendet sich der Blick von einem Fokus allein auf den Informationstransport durch journalistische Texte hin zu einer aktiven und relationalen Aushandlung von Bedeutung im Prozess der Aneignung durch Nutzer:innen. Mit ihren Wurzeln in Analysen der Populärkultur eröffnen die Cultural Studies für die Journalismusforschung einen semiotisch grundierten Zugriff auch auf unterhaltungsorientierte Formate. Damit erweitern sich die Forschungsgegenstände der Journalistik hin zu hybriden Formaten, die sich jenseits tradierter Dichotomien (ernst vs. unterhaltsam, hard vs. soft, fiktional vs. non-fiktional) verorten lassen. Im Fokus des Interesses bleiben dabei stets Macht- und Ungleichheitsverhältnisse sowie deren Repräsentation in journalistischen Medienangeboten. Der Beitrag diskutiert dazu neuere Arbeiten insbesondere zu ‚race‘ und journalistischer Repräsentation. Mit dem Verständnis von Journalismus als kulturellem Diskurs lässt sich die kommunikative Interaktion zwischen Journalist:innen und ihrem Publikum als relationaler Prozess begreifen, in dem fortwährend Deutungsangebote zum Zustand der Gesellschaft zur Verfügung gestellt werden und deren Gültigkeit kollektiv ausgehandelt wird.