Wenn soziologische Theorien häufig entlang der binären Unterscheidung von methodologischem Individualismus und methodologischem Kollektivismus (oder Holismus) bestimmt werden, dann behandelt der folgende Abschnitt Ansätze eines methodologischen Relationalismus. Hierbei stehen nicht in erster Linie die Handlungen und Motivationen von Menschen im Vordergrund, auch nicht ‚soziale Tatsachen‘, aggregierte Verhaltensmuster oder Diskurse, vielmehr richten relationale Ansätze ihr Augenmerk auf soziale Beziehungen. Innerhalb dieses relationalen Paradigmas wird das Soziale also konsequent auf Beziehungen zurückgeführt (vgl. dazu Emirbayer 1997). Dabei lautet die entscheidende Anweisung, der Relation ein methodologisches Primat gegenüber den Relata zuzusprechen. Es sind daher eben auch nicht individuelle Akteure als bereits stabil gedachte Entitäten, die sich miteinander verbinden, diese Akteure konstituieren sich überhaupt erst in sozialen Beziehungen. Relationale Ansätze argumentieren so gesehen nicht-essenzialistisch, d. h., sie interessieren sich für das konstitutive Zwischen (vgl. dazu Seyfert 2019, S. 115–117).

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Wechselbeziehungen, Interaktionen, Situationen

  • Heike Delitz,
  • Julian Müller,
  • Robert Seyfert

摘要

Wenn soziologische Theorien häufig entlang der binären Unterscheidung von methodologischem Individualismus und methodologischem Kollektivismus (oder Holismus) bestimmt werden, dann behandelt der folgende Abschnitt Ansätze eines methodologischen Relationalismus. Hierbei stehen nicht in erster Linie die Handlungen und Motivationen von Menschen im Vordergrund, auch nicht ‚soziale Tatsachen‘, aggregierte Verhaltensmuster oder Diskurse, vielmehr richten relationale Ansätze ihr Augenmerk auf soziale Beziehungen. Innerhalb dieses relationalen Paradigmas wird das Soziale also konsequent auf Beziehungen zurückgeführt (vgl. dazu Emirbayer 1997). Dabei lautet die entscheidende Anweisung, der Relation ein methodologisches Primat gegenüber den Relata zuzusprechen. Es sind daher eben auch nicht individuelle Akteure als bereits stabil gedachte Entitäten, die sich miteinander verbinden, diese Akteure konstituieren sich überhaupt erst in sozialen Beziehungen. Relationale Ansätze argumentieren so gesehen nicht-essenzialistisch, d. h., sie interessieren sich für das konstitutive Zwischen (vgl. dazu Seyfert 2019, S. 115–117).