Der Aufsatz skizziert, wie sich der Poststrukturalismus im Feld der soziologischen Theorien positioniert und worin sein Beitrag für die Theoriedebatte besteht. Ausgehend vom Entstehungskontext dieser Positionen werden dafür zunächst zentrale „Fluchtlinien“ des poststrukturalistischen Denkens identifiziert, die sich aus der Radikalisierung des Strukturalismus ergeben. Sie werden hier verstanden als drei unterschiedliche, aber miteinander verbundene Interventionen, erstens auf der Ebene des Zeichenbegriffs, zweitens auf der Ebene der Zeit und der Geschichte sowie drittens auf der Ebene der Materialität und des Körpers. Im Fokus der Darstellung stehen dabei die hieraus entstehenden thematischen Ausrichtungen, inhaltlichen Schwerpunkte und auch methodischen Prämissen, die das heterogene Denken des Poststrukturalismus umspannen und aus denen es bis heute seine Attraktivität gewinnt. Weil sich gerade die soziologische Debatte hierbei sehr stark auf Michel Foucault konzentriert hat, wird schließlich an dessen Werk exemplarisch ein gesellschaftsanalytischer Beitrag des Poststrukturalismus skizziert, bevor abschließend ein Blick auf Rezeptionslinien und Anschlüsse an dieses Denken geworfen wird.

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Dezentrierte Gesellschaft: Perspektiven poststrukturalistischer Theorien

  • Lars Gertenbach

摘要

Der Aufsatz skizziert, wie sich der Poststrukturalismus im Feld der soziologischen Theorien positioniert und worin sein Beitrag für die Theoriedebatte besteht. Ausgehend vom Entstehungskontext dieser Positionen werden dafür zunächst zentrale „Fluchtlinien“ des poststrukturalistischen Denkens identifiziert, die sich aus der Radikalisierung des Strukturalismus ergeben. Sie werden hier verstanden als drei unterschiedliche, aber miteinander verbundene Interventionen, erstens auf der Ebene des Zeichenbegriffs, zweitens auf der Ebene der Zeit und der Geschichte sowie drittens auf der Ebene der Materialität und des Körpers. Im Fokus der Darstellung stehen dabei die hieraus entstehenden thematischen Ausrichtungen, inhaltlichen Schwerpunkte und auch methodischen Prämissen, die das heterogene Denken des Poststrukturalismus umspannen und aus denen es bis heute seine Attraktivität gewinnt. Weil sich gerade die soziologische Debatte hierbei sehr stark auf Michel Foucault konzentriert hat, wird schließlich an dessen Werk exemplarisch ein gesellschaftsanalytischer Beitrag des Poststrukturalismus skizziert, bevor abschließend ein Blick auf Rezeptionslinien und Anschlüsse an dieses Denken geworfen wird.